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Bausanierung: Keller abdichten bei Nässe

von Marc Hettenberger

Es gibt einen großen Feind für den Keller: Feuchtigkeit. Dringt Nässe in das Gemäuer ein, hat das nicht nur negative Wirkung auf die Bausubstanz. Denn Schimmel kann sich in einem leicht feuchten Umfeld deutlich besser ausbreiten. So kann aus einem kleinen Nässeeintritt eine Gefährdung der Gesundheit für die Bewohner heranwachsen. Eine frühzeitige Sanierung ist sinnvoll.

Zuerst die Ursachen finden

Für einen feuchten Keller kann es verschiedene Ursachen geben. Bevor ein Spezialist für eine Kellersanierung den Unterbau des Hauses fachmännisch abdichten kann, muss er den Eintrittsort bzw. die Quelle der Nässe finden. Es kommen nämlich verschiedene Maßnahmen in Betracht, die je nach Ursache Vor- und Nachteile haben. Typische Ursachen sind Spritzwasser durch zum Beispiel Regen, defekte oder fehlerhaft verlegte Rohrleitungen, ein unzureichend getrockneter Bau oder aufsteigendes bzw. eindringendes Wasser aus dem Boden. Ein großer Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur wie bei Räumen mit einer Heizungsanlage kann die auftretenden Probleme noch verstärken.

In allen Fällen bestehen je nach Objekt auf Basis der gefundenen Ursachen verschiedene Möglichkeiten zur Bausanierung. Bleibt ein Beseitigen aus, verschlechtert sich die Bausubstanz über die Jahre und die Immobilie verliert an Wert.

Die häufigsten Möglichkeiten, einen Keller zu sanieren

Spezialisten können anhand der gefundenen Ursachen über die sinnvollsten Möglichkeiten einer Kellersanierung entscheiden. Dabei sind bei einigen der Optionen Arbeiten von außen erforderlich. Das bedingt häufig das Freilegen oder punktuelle Angraben des Gemäuers. Sind solche Maßnahmen wegen der Objektlage nicht möglich, kommen auch Maßnahmen in den Kellerräumen in Betracht. Die häufigsten Wege zu einer Kellersanierung stellen wir hier vor.

Abdichten durch Injektionen

Zu den beliebtesten Methoden gehört das Injizieren von Dämmmitteln. Das Injektionsverfahren verhindert den Kapillareffekt. Bei diesem steigt das Wasser durch vorhandene Risse und Lücken im Material nach oben auf und sucht sich eine Austrittsstelle. Der Spezialist bohrt einige Bereiche des Mauerwerks an und spritzt ein wasserabweisendes Dämmmaterial in das Gestein. Dieses breitet sich über die Poren in den Mauern aus und schützt so den Keller vor der eindringenden Feuchtigkeit.

Horizontalsperre gegen das Wasser

Dringt das Wasser von unten in die Seitenwände ein, kann eine Horizontalsperre eine sehr sinnvolle Maßnahme sein. Bei dieser Sanierungsoption nutzen die Experten ebenfalls eine Infektion oder schneiden eine Lücke in das Mauerwerk. In diese bringen sie seitlich ein Blech ein. Dieses liegt horizontal im Gemäuer und verhindert das Aufsteigen der Feuchtigkeit von unten. Diese Maßnahme ist nicht immer möglich und meistens nur mit großem Aufwand realisierbar.

Bodenabdichtung

Steigt die Nässe durch das Erdreich in die Kellerräume ein, sollten die Sanierer den Boden abdichten. Dazu nutzen sie in der Regel Bodenplatten, Bitumen und eine Dämmung, bevor sie abschließend den Estrich aufbringen. Wichtig ist eine ganzflächige Versiegelung, die auch die Ecken einschließt. Durch eine Sanierung des Bodens bleibt der Keller nicht nur trocken, sondern ist auch besser wärmegedämmt.

Außenabdichtung durch Spezialputz

Soweit die Außenwände gut erreichbar oder durch Grabungen zugänglich sind, kommt eine Außenabdichtung in Betracht. Dabei wird die Wand nach dem Trocknen von außen mit einem Spezialputz versiegelt. Dieser ist wasserabweisend, sodass die Feuchtigkeit nicht von außen in die Kellerwand eindringen kann. Sinnvoll ist diese Maßnahme, wenn das Gemäuer bereits rissig ist und der Boden bzw. eine Hanglage einen Wasserfluss zur Immobilie begünstigt.

Spezialisten um Rat beauftragen

Auch wenn es versierte Heimwerker reizt: Eine Kellersanierung sollten Fachleute übernehmen. Denn eine Fehleinschätzung der Ursachen kann zu einer falschen Sanierungsmaßnahme führen, die möglicherweise negative Folgen verstärkt. Sogar Schimmel kann bei falschen Maßnahmen schneller entstehen. Daher sollten Hausbesitzer bei jeder Kellersanierung einen Experten um Rat fragen oder direkt beauftragen. So dämmen Sie Probleme mit Feuchtigkeit am besten ein.

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