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Fenster: Mehr als der Blick in die Seele des Hauses

von Marc Hettenberger

Die Fenster sind ganz entscheidend für die Wirkung eines Raumes verantwortlich. Durch große Fenster verschwimmt die Grenze zwischen Innen- und Außenraum. Man kann das Gefühl bekommen, direkt in seinem Garten zu sitzen, während man doch warm und geschützt hinter seiner Scheibe verweilt. Natürliches Licht im Zimmer trägt zum psychischen Wohlbefinden bei. Fenster, die viel Licht hereinlassen, sorgen so für eine angenehme Atmosphäre.

Gleichzeitig können Blumen und Kräuter auf der Fensterbank wachsen. Sie tragen ebenfalls zu einem guten Raumklima bei. Im Internet kann man Fenster selber konfigurieren und dann direkt online bestellen. Doch was sollte man bei der Planung seiner Fenster alles beachten?

Eine gute Fensterqualität bringt langfristigen Nutzen

Wer morgens durch sein nach Osten ausgerichtetes Schlafzimmerfenster von der Sonne geweckt wird oder nach Feierabend mit Blick Richtung Westen den Sonnenuntergang genießt, möchte, dass nichts die Freude an seinem Ausblick trübt. Auch nach Jahren will man noch auf seine gute Sicht, die optimale Wärmedämmung und die Unversehrtheit der Fenster bauen können. Darum ist es wichtig, beim Kauf von Fenstern auf eine gute Qualität zu achten. Diese hat ihren Preis, doch wie setzt der sich eigentlich zusammen?

Was bestimmt den Preis eines Fensters?

Einerseits ist natürlich das Material des Rahmens preisentscheidend, andererseits auch die Art und Leistung der Verglasung. Dazu kommen noch die Kosten für den Rahmen, den Einbau und den Transport. Eventuelle Sonderausstattungen sind ebenfalls zu berechnen. Der größte Posten ist die Verglasung, die zwischen 15 und 70 EUR pro m² kostet.

Das Material des Rahmens

Kunststoff, Holz oder Aluminium? Die meisten Nutzer entscheiden sich heute für Fenster aus Kunststoff, da diese das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Manchmal wird argumentiert, dass Alufenster eine längere Lebensdauer hätten, was den höheren Preis rechtfertigen würde. Schlussendlich geht die Rechnung für die meisten Nutzer aber nicht auf. Alle Fenstertypen halten rund 40 Jahre, Alufenster etwa zehn Jahre länger. Bei Holzfenstern kann die Lebensdauer schwanken, es kommt ganz auf die Verarbeitung an. Es gibt allerdings Häuser, in denen nur Holzfenster in Betracht kommen, um eine einheitliche Optik erzielen zu können.

Wirkt sich das Material auf die Energieeffizienz aus?

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Die Gesamtenergieeffizienz eines Fensters, die aufgrund verschiedener staatlicher Vorgaben eine große Bedeutung hat, hängt nicht mit dem gewählten Material zusammen. Die Preisdifferenz hat vielmehr damit zu tun, dass sich Kunststoff besonders leicht verarbeiten lässt. Aluminium hat zwar eine elegantere Optik, doch bei der Preis-Leistung gehen Kunststofffenster als Sieger aus dem Rennen.

Der U-Wert der Fenster

Die Fenster sind ganz entscheidend für die Energieeffizienz eines Hauses verantwortlich, da sie zu Kältebrücken werden können. Das allgemeine Ziel ist es, in Deutschland so effizient wie möglich zu sanieren und zu bauen. Aufschluss über die Effizienz eines Fensters gibt der U-Wert. Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient, der die Wärmedämmung angibt. Die Einheit ist W/m2K. Sie gibt an, wie viel Wärme (W) pro Quadratmeter Fläche (m2) je Grad Temperaturunterschied (Kelvin K) durch das Fenster fließen. Laut EnEV 2016 gelten folgende Regelungen:

  • reine Verglasungen sollten 1,1 W/m²K nicht überschreiten
  • bei Dachfenstern ist ein U-Wert von 1,4 W/m²K vorgeschrieben
  • bei Vorhangfassaden aus Glas gelten 1,5 W/m²K als Grenze
  • Glasdächer und Wintergärten dürfen 2,0 W/m²K nicht überschreiten

Einfach verglaste Fenster, wie sie früher üblich waren, weisen einen U-Wert von 5 W/m²K auf. Isolierfenster mit 2-fach Verglasung verbessern diesen Wert auf 3 W/m²K. Heute sind 3-fach verglaste Fenster Standard, die sogar bis zu 0,5 W/m²K aufweisen können. Die besten Werte liefern Passivfenster. Ihr Einbau wird von der KfW gefördert.

Für das Extra an Sicherheit: Einbruchschutz für die Fenster

Einbrüche sind zu jeder Jahreszeit ein Problem, denn Diebe kommen nicht nur, wenn es dunkel ist. Ganz abgebrühte Kandidaten hebeln Fenster und Türen an der Rückseite auf, während die Familie im vorderen Bereich des Hauses vor dem Fernseher sitzt. Doch Gauner sind immer auf der Suche nach einer leichten Beute und legen wenig Wert darauf, sich bei einem Einbruch lange abzumühen und vielleicht erwischt zu werden. Mit einem Einbruchschutz für Fenster können sie wirksam abgewehrt werden.

Sechs verschiedene Sicherheitsklassen

Die Sicherheitsklasse (Resistance Class RC1N bis RC6) eines Fensters gibt an, wie schwer das Fenster zu „knacken“ ist und wie lange ein potenzieller Einbrecher damit beschäftigt sein muss. Das wird einerseits durch die Dicke der Scheiben und andererseits durch die Befestigung des Fensters ins der Wand und durch weitere Sicherungen erreicht. Während ein Fenster der RC1N nur gegen körperliche Gewalt gesichert ist, hält das sicherste Fenster auch Elektrowerkzeugen wie Bohrmaschine, Stichsäge, Winkelschleifer oder Säbelsäge stand. Auch die Beschläge und Griffe haben einen großen Einfluss auf die Sicherheit. Daraus ergibt sich, dass Fenster in Bezug auf ihre Sicherheit auch nachgerüstet werden können.

Fazit

Beim Kauf neuer Fenster für einen Neubau oder einen Umbau sollte man ruhig etwas tiefer in die Tasche greifen und in Markenqualität investieren. Schöne große Fenster lassen viel Licht ins Haus, eine optimale Verglasung und Aufbereitung hält die Wärme im Inneren und ein besonders hoher Einbruchschutz sorgt seinerseits für ein gutes Gefühl.

Bildquelle Titelbild:

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