Kostenkalkulation Hausbau: Übersicht von Bau- und Baunebenkosten

Wer möchte nicht gerne seinem Vermieter den Schlüssel in die Hand drücken und lieber im eigenen Haus wohnen? Doch was kostet ein Hausbau überhaupt genau? Viele Kosten werden meistens zu wenig eingeschätzt, weil sie nach Region unterschiedlich sind.

Kosten für den Hausbau: Das Grundstück

Bei den Grundstückskosten fallen in der Regel ein Drittel der Gesamtkosten an. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Deutschland liegt bei ca. 104 Euro. Die Bodenrichtwerte der einzelnen Regionen können darunter, aber wesentlich darüber liegen. Erste Priorität ist, sich in der Region, wo der Hausbau geplant ist, zu erkundigen. Hausbaukosten sind von vielen Punkten abhängig. Zunächst einmal von Ihren eigenen Wünschen.

Welche Art von Haus soll gebaut werden, aus massiven Ziegeln oder ein Fertighaus? Welchen Standard in der Ausstattung stellen Sie sich vor? Haben Sie ein Wunschgrundstück mit besonderer Lage oder suchen Sie einfach nur irgendwo ein Schnäppchen? Deshalb ist es relativ schwer, für jeden zukünftigen Bauherrn die Kosten exakt zu benennen. Es handelt sich immer um durchschnittliche Beträge.

In der Regel werden Baukosten wie folgt berechnet:

  1. Grundstück 700 m², 104 Euro pro m²
    = 72.800 €
  2. Hausbaukosten (125 m², ohne Keller, Balkon, Terrasse), 1.300 Euro je m²
    = 162.500 €
  3. Baunebenkosten, 15 % aus Nr. 1 und Nr. 2
    = 32.295 €
  4. Gesamtbaukosten
    = 270.595 €

Der Kontrollschacht – Auch Revisionsschacht genannt

Der Kontroll- oder Revisionschacht wird zur Reinigung und Überprüfung der Rohre gebraucht. Dieses Schachtbauwerk wird in den öffentlichen Abwasserkanal gesetzt. In Fällen, bei zu engen Abständen zur Gebäudekante oder ähnlichen Fällen, bestehen besondere Regelungen. Kontroll- oder Revisionsschächte werden in der Regel (neben der Mauerwerkvariante) aus Betonfertigteilen hergestellt, sind jedoch auch aus Kunststoff, Polymerbeton oder Faserzement erhältlich. Eine Kombination aus verschiedenem Material ist möglich.

Die Kosten eines Revisionsschachts liegen durchschnittlich bei 2500 Euro.

Der Kanalanschluss und seine Kosten

  • Anschlussgraben herstellen / pro Meter im Durchschnitt 240 EUR
  • Verlegung der Leitungen von Straße bis Grundstück 3.500 EUR
  • Verlegen der Abwasserleitung über das Grundstück / pro Meter im Durchschnitt 50 EUR
  • Kontroll- oder Revisionsschacht 2.500 EUR
  • Prüfung der Abwasserleitung (ob sie dicht ist) 200 EUR

Wenn eine Leitung nicht gerade verlegt werden kann, muss nach jedem Knick ein Kontroll- oder Revisionsschacht eingebaut werden. Das ist Pflicht in Deutschland. Dementsprechend ändern sich die Kosten nach der Anzahl der Schächte. Die Länge der Rohre ab Grundstücksgrenze bis zum Haus ändern die Kosten und auch die Beschaffenheit des Bodens kann eine Erhöhung der Kosten bewirken. Je nach Untergrund dauern Erdarbeiten eventuell länger und werden teurer.

Muss der Verkehr vor dem Haus gesichert werden, schlagen auch die Kosten für diese Maßnahme (mit bis zu 100 Euro) zu Buche. Darüber hinaus kommt es auf den Durchmesser und das Material der Rohre an, das wirkt sich ebenfalls, wie das Einbetten der Rohre, auf den Gesamtpreis aus.

Zu diesen Kosten gesellen sich noch Kleinbeträge, die ins Gewicht fallen können, aber bei der Kalkulation meistens vergessen werden. Dazu gehören die Gebühren für das Planen und das Einmessen, Genehmigungsgebühr für die Erteilung der Aufgrabegenehmigung von ca. 50 Euro, Kosten für die Anordnung von Verkehrsbeschränkungen von bis zu 100 Euro, Sperrgenehmigungen oder die Gebühren zum Kippen des Erdaushubs.

Der Mehrspartenanschluss

Die Mehrsparten-Hauseinführung sorgt für eine Bündelung aller Leitungen für Strom, Erdgas, Wasser und Telekommunikation. Diese werden direkt ins Gebäude geführt. Der Vorteil an einem Mehrspartenanschluss ist, dass der Aufwand zur Abstimmung der Leitungen gering ist und es nur einen Durchbruch in einer Mauer bedarf. Ein weiters Plus dabei ist, dass die Erdarbeiten für alle Leitungen zeitgleich anfallen und das nur einmal.

Wenn ein neues Haus alle Anschlüsse braucht wie Gas, Wasser, Telefon, Internet und TV, werden sie mit vielen Bohrlöchern durch die Bodenplatte nach innen verlegt. Dadurch entsteht eine weit größere Belastung der Bodenplatte und der Wand als bei einer einzigen Öffnung. Der beste Weg ist, eine einzige Kernbohrung durchzuführen und mit einem Mehrspartenanschluss durch ein Futterrohr diese Belastung zu minimieren.

Der flexible und kompakte Mehrspartenhausanschluss wird ganz auf die Bedürfnisse des Bauherrn angepasst. Alles was zukünftig noch an Leitungen geplant ist, aber auf später verschoben wurde, kann im Vorfeld bereits berücksichtigt werden, indem man Leerrohre legt. Damit spart man sich weitere Erdausgrabungen am Grundstück.

Mehrspartenhauseinführungen für Häuser ohne Keller kosten ca. 750 Euro für 4 Sparten und für ein Haus mit Keller können ca. mit 550 Euro gerechnet werden (ohne die Kernbohrung).

Kabelanschluss

Aktuell hat der deutsche Bauherr einen völlig anderen Anschlussbedarf wie vor zehn Jahren. Damals gab es nur das Fernsehgerät. Heute ist Internet ebenso wichtig, vielleicht sogar wichtiger. Viele Dinge werden online gekauft, es wird Fastfood bestellt oder Filme über Internetanbieter angesehen. Früher brauchte der Internetnutzer noch einen separaten Internetzugang, der separat zu bezahlen war. Heute spielt das kaum noch eine große Rolle. Mit einem Kabelanschluss im Paket (Telefon, Internet und TV) reduziert man im Haushalt auch die Kosten.

Die Gebühren solcher Pakete sind je nach Anbieter unterschiedlich. Auch die Leistung und der Umfang der Pakete sind verschieden.

Nebenkosten

In der Begeisterung über die Idee, einen Hausbau in Angriff zu nehmen, werden meistens auch noch Nebenkosten vergessen, die nicht unbedingt gering ausfallen. Die Nebenkosten fallen prozentual an und es entstehen zusätzliche Kosten von fünf bis fünfzehn Prozent des Gesamtwertes.

Zusatzkosten fallen an für:

  • Maklerprovision beim Grundstück (5,95 bis 7,14 Prozent vom Grundstückskaufpreis)
  • Grunderwerbsteuer beim Kauf des Grundstückes (1,5 Prozent vom Grundstückskaufpreis)
  • Grundbuchgebühren (1,5 Prozent des Grundstückskaufpreises)
  • Notargebühren (1,5 Prozent des Grundstückskaufpreises)
  • Rücklagen für Instandhaltung und Werterhaltung (jährlich pro Hausquadratmeter Neubau 0,50 Euro)

Umzäunung des Grundstückes

Ein weiterer Kostenpunkt, der bei einer Baufinanzierung meistens vergessen wird, ist die Einfriedung des Grundstückes. Diese Kosten werden in der Regel zusammen mit dem Garten und den Außenanlagen in einem Betrag kalkuliert. Hier ist es ratsam, so früh wie möglich mit dem Nachbarn zu sprechen, damit es nicht zu Streit kommt. Eine gewisse Rücksichtnahme an der Nachbargrenze ist der beste Weg für eine gute Nachbarschaft.

Schließlich soll er sich mit dem Blick auf Ihre Gartenseite noch gut fühlen können und ein nettes Gespräch mit Rücksichtnahme auf beiden Seiten ist fruchtbarer als ein Rechtsstreit. Eine Einfriedung des privaten Gartens bietet Sichtschutz, Sicherheit für die Kinder und gibt dem Haus den letzten Schliff. Das bedeutet auch, dass die Einfriedung zum Stil des Hauses und des Gartens passen sollte. Später ist alles schwer wieder zu ändern.

Eine Planung von Garten und Einfriedung braucht Zeit, doch die Kosten sollten Sie schon von Anfang an in Ihre Baukostenkalkulation mit einbauen – vor allem, wenn Sie finanzieren müssen.

Bevor entschieden wird, welcher Zaun der richtige ist, muss ein Vergleich im Wohngebiet stattfinden. Was wird dort verwendet, welche Zäune, Material, Farbe, usw. Dabei sollte auch die kostensparende Pflegeleichtigkeit und vor allem die Langlebigkeit der Einfriedung bedacht werden.

Holzzaun (ab 30 Euro pro Meter)

  • Preiswerter Zaun: gespaltener Edel- oder Esskastanie (hart und beständig)
  • Zaunelemente, passend zum Stil von Haus und Garten
  • Jägerzaun, zeitlos, klassisch

Metallzaun

Metallzäune als Ersatz für den Holzzaun gibt es in vielen Varianten, preisgünstig ist der Maschendrahtzaun. Wer es edel liebt, der findet bei Zäunen aus Schmiedeeisen etwas für seine Bedürfnisse.

Kunststoffzaun (ab 80 Euro pro Meter)

Extrem pflegeleicht mit Alukern und hochwertiger Kunststoff-Ummantelung sind Kunststoffzäune zwar in der Anschaffung teurer, aber halten jahrelang.

Mauer (ab 100 Euro pro Meter)

Verschiedene Steine in verschiedenen Größen, Formen und Farben ergeben unzählige Varianten an Designs. Ob komplett als Mauer oder als kleiner Sockel für einen Zaun, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hat das Grundstück unterschiedliche Höhen, kann mit einer Mauer gut ausgeglichen werden. Wer sein Grundstück einfriedet, hat das Nachbarrecht zu beachten. Dies wird im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.

Alles was bei der Kalkulation wichtig ist, Informationen über Grenzabstände, Höhenvorschriften usw. sind bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde hinterlegt. Diese geben eventuell über die Höhe oder Aussehen einer Einfriedung Regelungen vor.

Grüne Einfriedung

Eine begrünte Einfriedung sieht natürlich aus, aber Sie darf dem Nachbarn auf seinem Grundstück nicht die ganze Sonne nehmen. Hier muss vorher die umfassende Information über die rechtliche Lage eingeholt werden. Allerdings dauert es einige Zeit, bis die Einfriedung die ersehnte Höhe erreicht hat. Das dauert in der Regel ein paar Jahre. Alternativ zur grünen Hecke zählen Flechtzäune aus Weide- oder Haselrute zu den preiswerten Natureinfriedungen. Bambus ist sehr beliebt bei asiatisch angelegten Gärten.

Garten anlegen

Auch die Finanzierung des Gartens am Grundstück gehört in die Nebenkostenkalkulation. Häufig werden diese Kosten einfach vergessen oder es wird zu niedrig kalkuliert. Weil sich diese Kosten auch nicht nebenbei aus der Haushaltskasse bezahlen lassen, ist es wichtig, diese mit in die Hausfinanzierung einzubeziehen, um Geld zu sparen. Einfach nur mit ein paar Pflanzen aus dem Gartencenter ist es nicht getan.

Der Boden braucht vielleicht gute Erde und es müssen einige LKWs bestellt werden, um den Boden aufzubereiten, damit auch etwas wachsen kann. Außerdem spielen ein paar wichtige Faktoren eine große Rolle, die die Anlage des Gartens verteuern können. Allein ein Grundstück am Hang wird mehr Kosten aufwerfen, weil der Hang befestigt werden muss, damit bei Regen die Gartenfläche nicht nach unten rutschen kann.

Dann sind Befestigungs- bzw. Stützmauern notwendig, die natürlich Extrakosten verursachen. Wünscht sich der Bauherr Tropenhölzer für seine Terrasse oder andere extravagante Materialien, wird er mit der Mindestkalkulation nicht auskommen. Das gilt natürlich insbesondere für Wünsche nach einem Swimmingpool, Gartenbeleuchtung, Gewächshäuser, Teiche, Brunnen oder einen Pavillon im Garten.

Um so besser, wenn der Bauherr Eigenleistung bringen kann. Diese sollte jedoch nicht zu hoch bewertet werden, meistens wirkt sich Eigenleistung minimal in der Kalkulation aus, weil Bauherren manchmal selbst überschätzen, was sie professionell leisten können.

Gartenkosten und Aussenanlagen kalkulieren

Gartenplaner haben eine Einschätzung abgegeben, die für ein frei stehendes Einfamilienhaus nach ihren Erfahrungen realistisch sind. So wird bei der Nebenkostenkalkulation für den Garten ein Wert von 12 bis 18 Prozent der Bausumme veranschlagt. Hier sind jedoch dann auch alle Außenflächen wie Garagenzufahrt, Hauseingang und Terrasse berücksichtigt, die von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Auch die Einfriedung und die Bepflanzung des gesamten Gartens ist in diesem Wert enthalten.

In unserem Beispiel der oben angeführten Baukostenkalkulation läge die Aufwendung für den Garten demnach zwischen ca. 32.000 und 48.700 Euro. Eine zweite Kalkulationsvariante geht von der Gartenfläche aus. Pro Quadratmeter nimmt man an, dass die Außenanlagen 40 bis 100 Euro kosten werden.

Bau- und Baunebenkosten richtig kalkulieren

Wer seinen Traum vom Haus nicht zum Albtraum verwandeln möchte, darf nicht zu knapp kalkulieren. Es ist ein Trugschluss, zu glauben, wenn man bestimmte Punkte später in Angriff nimmt, dass es leichter wird. Vor allem bei einer Baufinanzierung ist mit der monatlichen Rate das Limit meistens schon erreicht, was die finanzielle Belastung angeht. Danach stellt man schmerzhaft fest, dass es gar nicht möglich ist, die aufgeschobenen Arbeiten in Auftrag zu geben.

Bei der Planung eines Hausbaus sollte deshalb jedes Detail genau kalkuliert werden, bevor es an die Finanzierung geht. Nur so wird der Traum vom eigenen Haus auch ein angenehmer.