Der neue Pool ist fertig, das Wasser eingelassen und die erste Badesaison kann beginnen. Umso ärgerlicher ist es, wenn schon nach wenigen Tagen der Wasserstand auffällig sinkt. Nicht immer liegt das Problem an der Poolfolie oder an einem Riss im Becken. Häufig lohnt sich die Suche an den Anschlüssen und Rohrleitungen, die beim Bau unter der Erde verschwunden sind. Wer beim Bau sorgfältig arbeitet, erspart sich spätere Reparaturen.
1. Zu viele Verbindungen zwischen Pool und Technik
Jede zusätzliche Verbindung in der Verrohrung bringt eine weitere Stelle mit sich, an der später Wasser austreten könnte. Besonders bei Klebemuffen und Abzweigungen kommt es darauf an, dass sie fachgerecht verarbeitet werden.
Ratsam ist es, die Pooltechnik so anzuordnen, dass keine unnötig langen Leitungswege entstehen. Das spart nicht nur Material, im Fall einer Undichtigkeit müssen auch weniger Verbindungsstellen überprüft werden.
2. Die Dichtigkeit erst nach dem Zuschütten prüfen
Solange die Rohre noch offen im Graben liegen, lassen sich undichte Stellen vergleichsweise einfach beheben. Sobald Erde darüberliegt und die Terrasse gepflastert ist, wird die Reparatur deutlich aufwendiger.
Deshalb sollte die Verrohrung vor dem Verfüllen einer fachgerechten Druckprüfung unterzogen werden. Nach den Erdarbeiten gehört eine zweite Druckprüfung dazu, denn beim Verfüllen und Verdichten werden Rohre und Muffen erneut belastet.
Wie eine professionelle Kontrolle abläuft, beschreibt die Leckortung Ulrich Büdding. Dabei werden die Rohrleitungen einzeln überprüft, um mögliche Undichtigkeiten gezielt einzugrenzen.
3. PVC-Rohre unter Zeitdruck verkleben
Beim Poolbau werden meist PVC-Rohre verwendet, die mit speziellem Kleber verbunden werden. Damit diese Verbindungen dauerhaft halten, müssen die Rohre rechtwinklig abgelängt und entgratet werden. Die Klebeflächen werden mit Reiniger gesäubert, der Kleber wird auf Rohr und Muffe aufgetragen. Ebenso wichtig ist die Aushärtezeit: Wer die Leitung zu früh unter Druck setzt, riskiert undichte Verbindungen.
Die konkreten Wartezeiten hängen vom verwendeten Klebstoff ab. Deshalb sind die Verarbeitungshinweise des Herstellers maßgeblich.
4. Beim Einwintern bleibt Wasser in den Leitungen
Im Sommer denkt kaum jemand an Frost, spätestens im Herbst wird die Leitungsführung jedoch wichtig. Bleibt Wasser in frostgefährdeten Rohrabschnitten stehen, kann es beim Gefrieren Schäden verursachen.
Problematisch sind vor allem Leitungen, die sich nicht vollständig entleeren lassen. Solche Schwierigkeiten entstehen häufig bereits bei der Planung, wenn die spätere Wintervorbereitung nicht berücksichtigt wird. Vor Baubeginn sollte deshalb geklärt werden, wie sich die einzelnen Leitungsabschnitte entleeren oder anderweitig zuverlässig vor Frost schützen lassen. Eine Skizze der Leitungsführung hilft später bei der Vorbereitung auf den Winter.
5. Einbauteile werden nicht sorgfältig abgedichtet
Ein Pool besitzt mehrere Stellen, an denen Bauteile durch die Beckenwand oder den Boden geführt werden. Dazu gehören beispielsweise Einlaufdüsen, Skimmer, Bodenablauf und Unterwasserscheinwerfer. Gerade an diesen Übergängen kommt es auf die richtige Abdichtung an.
Bei Folienbecken müssen Dichtungen und Flansche passend montiert werden, bei anderen Beckenarten sind die jeweiligen Abdichtungssysteme entscheidend. Vor dem Befüllen sollte kontrolliert werden, ob sämtliche Einbauteile fachgerecht eingebaut wurden. Nachträgliche Arbeiten an diesen Stellen können erheblich aufwendiger sein.
6. Niemand dokumentiert die verlegten Rohre
Ist der Garten erst einmal fertig angelegt, lässt sich der genaue Verlauf der unterirdischen Leitungen häufig nur noch schwer nachvollziehen. Bei einer späteren Reparatur kann das zum Problem werden.
Deshalb lohnt es sich, während der Bauphase Fotos anzufertigen. Am besten werden die Leitungen aus mehreren Blickwinkeln aufgenommen, solange sie noch frei zugänglich sind. Ein Maßband oder feste Orientierungspunkte helfen dabei, ihre Position später wiederzufinden.
Zusammen mit einer einfachen Skizze gehören die Bilder in die Bauunterlagen. Muss Jahre später eine Leitung freigelegt werden, lässt sich die Suche damit möglicherweise deutlich eingrenzen.
Was sollte vor der Poolabnahme geprüft werden?
Vor der endgültigen Bauabnahme sollte nachvollziehbar sein, welche Prüfungen durchgeführt wurden und welche Ergebnisse vorliegen. Dazu gehören insbesondere die Kontrollen der Rohrleitungen und der Beckendichtigkeit. Ein sinkender Wasserstand allein beweist noch kein Leck. An warmen Tagen verdunstet Wasser, besonders bei einem unbedeckten Pool. Bleibt der Verlust jedoch auffällig hoch, muss die Ursache genauer untersucht werden.
Der Leckortungsexperte Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Büdding weist besonders auf mögliche Schäden während der Erdarbeiten hin:
„Eine Druckprobe vor dem Verfüllen ist wichtig, reicht aber nicht. Beim Verfüllen und Verdichten mit der Rüttelplatte werden Rohre und Muffen noch einmal stark belastet, und auch dabei entstehen Lecks. Erst eine zweite Druckprobe nach dem Verfüllen zeigt, ob die Leitungen die Bauphase dicht überstanden haben.“
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