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Haus und Einrichtung umweltfreundlich gestalten und renovieren

von Marc Hettenberger

Renovieren ist an Häusern eine regelmäßige Daueraufgabe zum Erhalt der Bausubstanz. Pflegemethoden für Naturmaterialien verlängern Lebensdauer und Ästhetik von Möbeln innen wie außen. Der Umwelt zuliebe sollten Naturmaterialien den Vorzug vor synthetischen Varianten bekommen, auch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit.

Lehm als traditioneller und umweltfreundlicher Wandputz

Wandputz mit Weichmachern war vor der Erfindung von Kunststoffen weltweit unbekannt. Stattdessen wurde Lehm mit pflanzlichen Farbpulvern vermischt oder in seiner Naturfarbe verwendet. Das Material zeichnet sich durch lange Wetterbeständigkeit aus, atmet Feuchtigkeit und leitet Wärme gut in den Raum zurück. Allerdings bröckelt Lehm wegen genau dieser Eigenschaften nach einigen Jahren. Das ist kein Problem, da der alte Lehm auf dem Kompost rückstandsfrei verrottet. Neuer Lehm ist deutlich preiswerter und zeigt immer wieder die gleich guten Eigenschaften in einer natürlichen, wohnlichen Optik mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten.

Fugenlose Raumflächen umweltfreundlich gestalten

Ein fugenloser Boden sieht optisch ruhig aus. Allerdings kann er aus starren Materialien nicht ohne Rissgefahr verlegt werden. In Feuchträumen bietet sich für diese Variante Mikrozement an. Er ist elastisch genug ist, um trotz fehlender Zwischenspalten flexibel auf Temperaturunterschiede zu reagieren. Das moderne Material ist umweltfreundlich, weil es auf Wasserbasis und ohne emittierenden Schadstoffe hergestellt wird. Nur kleine Mengen in geringer Aufbauhöhe genügen für eine lange wasserfeste und schimmelfreie Fläche. Damit ist hohe Nachhaltigkeit für Generationen gewährleistet.

Außenmöbel mit natürlichen Versiegelungen behandeln

Holz braucht nicht lackiert zu werden, um ästhetisch auszusehen. Ebenfalls hält das Naturmaterial Rattan Wind und Wetter lange stand. Beide Materialien sind ideal für Terrassenmöbel. Allerdings sehen sie über Jahre hinweg nur durch natürliche Pflege schön aus. Öl oder Bienenwachs sind reine Naturprodukte, die tief in Holz eindringen, ohne seine flexiblen Eigenschaften zu verändern. Schmutz und Wasser perlen leichter ab, wodurch die Holzarbeit (und das Quellen von Rattan) viel geringer ausfallen. Der kleine Aufwand des Einölens steht einem lange schönen Aussehen der Möbel und somit langer Funktionalität und Nachhaltigkeit gegenüber.

Beim Beschichten von Flächen Qualität vor Preis stellen

Handwerker und Fachhändler wissen: »Kaufste billig, kaufste doppelt.« Der Beton Cire Preis mag höher als der für Oberflächenlacke sein. Allerdings blättert dieses Material nicht ab, schützt souverän vor Schimmelbefall darunter und trotzt für viele Jahre allen Wetter- und Umweltbedingungen. Spätestens nach einem Jahr der Verwendung macht sich die umweltfreundliche und nachhaltige Beschichtung bezahlt. Lacke müssen nach spätestens zwei Jahren abgekratzt und aufgefrischt werden – Mikrozement (Beton Cire) hält für mindestens zehn bis 15 Jahre ohne optische und technische Veränderungen.

Natürliche Materialien auch für Allergiker besser

Auch, wenn in der Familie keine Allergien bekannt sind, können Ausdünstungen neuer Möbel, Putze und Böden zu neuen allergischen Reaktionen führen. Wer sorgfältig beim Renovieren auf schadstofffreie Materialien achtet, profitiert davon lebenslang durch ein vermindertes Allergierisiko. Dennoch können auch schadstofffreie Naturmaterialien problematisch sein, etwa zu frisches Holz durch ungesunde Harzausdünstungen. Neben der späteren Entsorgungsproblematik sollte ein umweltfreundliches Material bei Einrichtung und Renovierungsarbeiten also auch für die eigene Gesundheit langfristig unbedenklich sein.

Fazit

Wieder in Mode sind beim Hausbau, Renovierungsarbeiten und Einrichten früher übliche Naturmaterialien. Im Gegensatz zu neuen, mit Chemie vermischten Alternativen sind sie umweltfreundlich und durch teilweise sehr lange Haltbarkeit nachhaltig. Infrage für umweltfreundliche Renovierungen kommt beispielsweise Mikrozement auf Wasserbasis. Er dünstet keine Schadstoffe aus, schützt vor Schimmelbefall und hält deutlich länger als andere Oberflächenanstriche.


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