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Elektriker und Elektroniker: Gibt es hierbei Unterschiede?

von Marc Hettenberger
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Für Menschen mit einem Interesse an technischen Berufen ist es oft nicht leicht, den für sie passenden Beruf beziehungsweise die passende Berufsausbildung zu finden. Die Vielzahl an technischen Berufen, bei denen sich die Bezeichnungen jeweils bereits durch kleine Nuancen unterscheiden, mag manch einen überwältigen.

Umso schwieriger wird es, wenn es für die gleiche Tätigkeit unterschiedliche Bezeichnungen gibt. Hier kommt dann noch hinzu, dass viele Menschen tatsächlich fälschlich annehmen, die unterschiedlichen Bezeichnungen würde auch mit unterschiedlichen Tätigkeiten und Ausbildungsinhalten einhergehen, was zur Folge haben kann, dass sich Ausbildungssuchende erst einmal durch diverse Webseiten quälen, um Unterschiede zu identifizieren, die es am Ende gar nicht gibt. Wie im Fall der „Elektriker“ und der „Elektroniker“.

Elektriker und Elektroniker: Was ist der Unterschied?

Kurz gesagt: Es gibt keinen! Der Grund, dass diese beiden Bezeichnungen für die gleiche Tätigkeit nebeneinander her existieren, ist die Traditionalität unserer Sprache. Es braucht manchmal ziemlich lange, bis sich ein geläufiger, aber überkommener Begriff aus dem allgemeinen Wortschatz verabschiedet. Als Elektriker wurden lange Zeit jene Berufstätige bezeichnet, die sich „mit Strom auskannten“. Hierzu zählten vor allem die klassischen Installateure, denen man bei Gelegenheit auch mal in den eigenen vier Wänden begegnen konnte. Dort montierten sie zum Beispiel Leitungen, die Beleuchtung und komplexe Schaltkästen.

Die Berufsbezeichnung „Elektriker“ oder „Elektroinstallateur“ ist jedoch bereits seit 2003 nicht mehr existent.

Die neue vergleichbare Berufsbezeichnung lautet seither „Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik“. Da sich viele Menschen aber auch nach dieser langen Zeit eher etwas unter einem „Elektriker“ vorstellen können, werden heute sogar noch Stellenanzeigen unter Verwendung dieses veralteten und eigentlich längst abgeschafften Begriffs veröffentlicht – mit der Folge, dass weiter unnötige Unsicherheiten über etwaige Unterschiede bestehen bleiben.

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Was ist der Aufgabenbereich von Elektronikern?

Elektroniker arbeiten sowohl im Handwerk als auch Industrie, was angesichts der allgegenwärtigen Bedeutung von Elektrizität in unserer modernen Lebenswelt nicht verwunderlich ist. Der Arbeitsalltag von Elektronikern ist, sowohl im Handwerk als auch in der Industrie, sehr abwechslungsreich. Elektroniker führen sowohl Reparaturen durch und beheben Störungen, sind jedoch ebenso an der Konzeption elektrischer Anlagen und natürlich deren praktischer Installation beteiligt. Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung sind Elektroniker auch immer häufiger an der Konfiguration und Programmierung komplexer elektrischer Systeme beteiligt.

Zudem fällt die Unterweisung von Kunden in die Bedienung elektrischer Systeme in den Kompetenzbereich von Elektronikern. Der technische Fortschritt führt dazu, dass Elektroniker teils mit hochkomplexer Technik und neuartigen Systemen konfrontiert werden, wodurch regelmäßige Fortbildungen erforderlich werden. Ihre berufspraktischen Fertigkeiten erlangen angehende Elektriker in einer dualen Ausbildung, also in einem Wechsel aus betrieblicher und schulischer Berufsausbildung, die dreieinhalb bis vier Jahre dauert. Im Verlauf der Ausbildung spezialisieren sich angehende Elektroniker auf eine von drei Fachrichtungen.

Energie- und Gebäudetechnik

Arbeitsfeld sind elektronische Systeme und Anlagen in Gebäuden. Dies betrifft die „klassischen“ Tätigkeiten wie das Legen von Leitungen, die Installation von Schaltkästen und die Montage von Anschlüssen, aber auch Arbeiten an Heizungs- und Klimaanlagen sind bei dieser Fachrichtung der Regelfall.

Automatisierungstechnik

Diese Fachrichtung kommt vorwiegend in der Industrie zum Einsatz und umfasst meistens die Installation und Instandhaltung von oftmals hochkomplexen Produktionsanlagen.

Telekommunikations- und Informationstechnik

Ein Fokus auf diese Fachrichtung stattet Elektroniker mit fundierten Kenntnissen über die Installation und Instandhaltung komplexer Kommunikationsanlagen aus. In das Aufgabenspektrum kann auch die Installation von Alarmanlagen fallen.

Elektriker und Elektroniker: Zwei Berufsbezeichnungen, die das Gleiche bedeuten

Elektroniker und Elektriker sind synonym verwendete Begriffe. Die Berufsbezeichnung „Elektriker“ ist seit 2003 nicht mehr existent. Das Aufgabenfeld von Elektronikern ist außerordentlich vielfältig und erfordert während der Berufsausbildung eine Spezialisierung auf einen von drei Fachbereichen.


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